Wer bin ich, was will ich?

Wer bin ich was will ichWer bin ich, was will ich? Stellst du dir diese Fragen? Damit bist du nicht allein. Zehntausende Menschen geben monatlich diese Fragen genau so bei Suchmaschinen im Internet ein. Wenn Menschen sich diese Fragen stellen, haben sie das Gefühl, nicht zu wissen, wer sie sind, sie sind unsicher, was sie im Leben tun und erreichen wollen, vielleicht sogar unglücklich mit sich und dem, was sie tun.

Wie kann es dazu kommen, wieso betrifft das so viele Menschen? Zunächst einmal leben wir in einem Geflecht von überlieferten und anerzogenen Strukturen, verrichten Aufgaben, Notwendigkeiten, die ebenso übernommen sind wie die Ziele, Wünsche und Bedürfnisse, die wir verfolgen. Selten hinterfragen wir unsere Ziele: Warum strebe ich z.B. danach, ein Studium zu absolvieren – ist es das tiefliegende Interesse an den Themen, der Wunsch nach einem bestimmten Beruf – oder entspreche ich eher den Erwartungen meines Umfeldes und würde viel lieber einer ganz anderen Profession nachgehen? 
 
Lange Zeit schien die Frage „wer bin ich, was will ich“ gar keine zu sein, sie schien geklärt. Doch plötzlich, selbst wenn wir erfolgreich sind, überfallen uns diese Fragen, zerren an uns, stellen alles in Frage, was wir sind und tun. 
Und dann? Kann ich diese Fragen überhaupt beantworten? Woran könnte ich erkennen, wer ich bin und was ich will? Ich fühle mich, als würde ich in einem Sumpf waten, jeder Schritt wird zu einer freudlosen Anstrengung, die mir unvermeidlich erscheint, aber letztlich - wozu? Und: Ich muss doch verrückt sein, mich so etwas überhaupt zu fragen, ich muss doch wissen, wer ich bin und was ich will! Wer sollte es denn sonst wissen? 
 
Das erste von „fünf Dingen, die Todkranke am häufigsten bereuen:
'Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – anstatt ein Leben, das andere von mir erwarteten.'“
Bronnie Ware
 
Früher gab es auf diese Fragen klare Antworten: von Gott, Autoritäten, wissenschaftlichen Wahrheiten, Traditionen und Nationen. Die Menschheit steckte noch in den Kinderschuhen und wie Kinder es tun, wurde das Gegebene zunächst, so wie es war, hingenommen und selten hinterfragt. In den letzten 150 Jahren hat sich die menschliche Gesellschaft in einer atemberaubenden Geschwindigkeit verändert: Es gibt in der heutigen Zeit, zumindest in den pluralistischen 'westlichen' Gesellschaften, nicht mehr nur eine Wahrheit und eine überschaubare Zahl von Pfaden für alle. Heute kann, vielleicht muss sogar jeder Mensch seinen eigenen Weg finden. Und die Globalisierung ermöglicht, dass wir unseren Horizont immer mehr erweitern: Wir kommen mit Ideen und Wissen unzähliger Menschen in Berührung. Wenn ich sehe, dass es auf der anderen Seite der Welt ganz anders sein kann, warum sollte ich dann das, was in meiner Nähe als normal gilt, nicht hinterfragen?
 
Dennoch sind die meisten von uns noch so erzogen worden, dass es nicht gut ist, das Gegebene zu hinterfragen oder gar zu verweigern. Im Kindergarten, in der Schule, häufig auch in den Familien hieß und heißt es, wir müssten lernen uns anzupassen, man wolle nur unser Bestes und uns auf die Realität in unserer Gesellschaft vorbereiten. Und ja, natürlich wüssten diejenigen mit mehr Lebensjahren und Erfahrung besser, was das sei. Faktisch jedoch steckt ein Großteil der Menschen, die diese Systeme aufrecht erhalten, noch fest im alten Äon und hinkt den Möglichkeiten der Gegenwart und Zukunft hinterher.
Vielleicht ist das vergleichbar mit der Situation mancher älterer Menschen, die sich dem technischen Fortschritt verschließen und Computer und Internetnutzung ablehnen und auf diese Weise die vielfältigen Möglichkeiten dieser Techniken verpassen.
 
Ein Problem? Nein: eine großartige Chance!
 
Wir sind wie Spinnen, denen man den tragenden Untergrund entzogen hat, an dem sie ihr Netz befestigen können, und nun müssen sie in der 'Bodenlosigkeit' ihr Netz weben. Einerseits verwirrt und ängstigt uns das, andererseits ist es eine großartige Chance, ontologische Wahrheiten und Sicherheiten zu verabschieden, die uns nur Wahrheit und Sicherheit vorspiegeln und uns fest- und kleinhalten. Jetzt können wir uns der Freiheit, die wir haben, bewusst werden und die Verantwortung für die Welt übernehmen, die wir erschaffen. Und tatsächlich: Es gelingt uns, in der freien, hoch flexiblen Welt, tragfähige Netze zu bauen.
 
Für Thelemiten ist die sogenannte Orientierungslosigkeit der Gegenwart nicht Fluch, sondern Segen, Kennzeichen des Beginns eines neuen Zeitalters. Wir sprechen nicht von Beliebigkeit, sondern von Kontingenz: Es ist auch anders möglich. 
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit können viele Menschen fundamentalistische Religionen, engstirniges Nationaldenken und kastrierende Traditionen hinterfragen, nichts ist sankrosankt, unantastbar, undenkbar. Blinder Gehorsam im Denken, Fühlen und Handeln ist eine Tugend des alten Äons. 
 
Wer will ich seinWo es viele Möglichkeiten gibt, müssen auch viele Entscheidungen getroffen werden und es braucht Menschen, die mit dieser Komplexität umgehen können. Gefragt sind Selbstdenken, in Zusammenhängen denken, emotionale Differenziertheit, Empathie für sich selbst und andere und Kreativität. Wir müssen Möglichkeiten wahrnehmen, uns bewusst zwischen ihnen entscheiden und für unsere Entscheidung und ihre Konsequenzen die Verantwortung übernehmen. 
Die Menschheit hat einen Entwicklungsstand erreicht, auf dem nicht mehr nur einige, sondern fast alle Menschen mit dieser Komplexität konfrontiert sind und nach und nach steigt unsere Fähigkeit, diese zu verarbeiten. 
 
Aber was heißt das für mich persönlich? Wie bewältige ich die 'Bodenlosigkeit'?
Wie gehe ich mit dem ständigen Druck dieser Frage um: Wer bin ich, was will ich -  inmitten all dieser Optionen? Wie gehe ich um mit dem Gefühl, in die Beliebigkeit zu rutschen, das Falsche gewählt zu haben oder nur das halb volle Glas zu trinken?
 
Ein Knoten löst sich, indem du die Frage: Wer bin ich? auflöst in die Frage: Wer will ich sein?
Damit verabschiedest du dich von der Erwartung, dass es dein Ich oder Selbst oder deinen 'Wahren Willen' irgendwo vorgefertigt zu finden gibt, und du sie nur zu entdecken brauchst. Wobei 'nur' eine Verharmlosung ist, denn genau genommen erschwerst du dir auf diese Weise deinen Weg: Du suchst nach einer Wahrheit, die es nicht gibt, sondern die du erst erschaffst, die du bisher erschaffen hast und die du weiterhin erschaffen wirst. Und niemand anders als du. Sich auf diese Reise zu begeben erfordert Mut.
"Wer will ich sein?" überlässt dir die völlige Verantwortung und die Freiheit, alles zu denken und zu fühlen, was du dir erlaubst.
 
Die Mission der Thelema Society besteht darin, dich zu unterstützen, deine Horizonte im Denken, Fühlen und Handeln zu überschreiten. Dir Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen du alle deine Gaben: Kopf, Herz, Hand und Geist entwickelst. Du kannst lernen, in dich hinein zu hören und immer klarere Antworten darauf zu bekommen, was du wirklich willst und wie du sein willst. Denn es gibt keine wahren oder falschen Antworten, sondern nur Antworten, für oder gegen die du dich entscheidest. Je mehr du deine Gaben entwickelst, desto mehr wirst du voll und ganz - kognitiv und emotional - hinter deinen Entscheidungen stehen und die Verantwortung übernehmen.
 
Die Thelema Society erforscht und entwickelt deshalb seit über 30 Jahren effektive Methoden der Selbsterkenntnis, Selbstverwirklichung und Selbsterschaffung. Zunehmend erweitern wir unser Angebot, um den verschiedenen Lebenslagen und Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. 
So mögen dich Texte auf unserer Website oder in Buchform inspirieren:
 
 
Oder du möchtest praktische Angebote nutzen oder kontinuierliche Beratung und Feedback haben:
Wenn du zeit- und ortsunabhängig thelemisch-magische Inhalte kennen- und umsetzen lernen willst, bietet sich das Thelema-Fernstudium Ankh Mar an.
Wenn du intensivere Beratung, deinen Weg zusammen mit anderen gehen oder die Initiation in die Thelema Society anstreben willst, bieten sich unsere Interessentengruppen in Bergen oder Berlin an.
 
“What if you slept? And what if, in your sleep, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?” 
Samuel Taylor Coleridge