Entscheidung für ein blühendes Leben
Wie und wann triffst du die Grundentscheidung? Die "Entscheidung" trifft jeder Mensch durch sein Handeln. Lässt er es zu, dass die Umstände ihn bestimmen, vergangene Erfahrungen, seine schlechten Gefühle, seine Ängste? Oder nimmt er sich sein Recht, sich und sein Leben zu lieben und seine Gaben, die ihm als Mensch mitgegeben wurden, zu entwickeln?
Aber weshalb solltest du diese Gaben entwickeln? Reicht es nicht, so bequem wie möglich zu leben und vielleicht noch hier und da ein wenig Spaß zu haben?
Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Natur des Menschen verlangt es, auf menschliche Weise blühend zu leben. Lebt ein Mensch nicht entsprechend seiner Lebenserfordernisse als Mensch, so kann er nicht glücklich und langfristig überleben. Was entspricht der Natur des Menschen?
Ein aktives, kreatives Leben, das nach langfristigen, vernünftigen Zielen strebt, ist das, was den Menschen als Mensch ausmacht.
Wenn du in einer Firma arbeitest, in der du keinen Entscheidungsspielraum und Gestaltungsmöglichkeiten hast, wirst du nicht glücklich sein. So geht es jedem Bandarbeiter. Besser sieht es schon aus, wenn du Abteilungsleiter bist und Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe gestalten kannst. Dann bist du freier, dir längerfristige Ziele im Rahmen der Firma zu setzen. Erst als Selbstständiger bist du wirklich frei, dir eigene langfristige Ziele zu setzen und dabei Glück zu erleben.
Glück entsteht, wenn du dir Ziele selbst gesetzt hast und sie und die Mittel, mit denen du sie erreichst, mit all deinen zentralen Werten kompatibel sind. Dann wenn diese Ziele die Antwort auf die typisch menschliche Frage sind:
Was ist der Sinn meines Lebens?
Diese Frage kann jeder Mensch nur selbst beantworten, wenn er weiß, was er in seinem Leben bewirken will und indem er dies tut.
Das Wissen vom Tod bringt einen wesentlichen Aspekt herein, der notwendig ist, wenn du dich für dein Leben entscheiden willst: Du musst vom Ende her denken.
Das heißt, du stellst an das, was du tust, an jedes Ziel die Frage: Wozu? Warum gerade das? Was will ich damit erreichen? Und vor allem: Wenn ich mir meinen Tod vergegenwärtige, der zumindest was diese Inkarnation betrifft, 100%ig sicher ist: Will ich das, was ich hier tue auch angesichts des Todes noch?
Das "Ende", dein Wille (Thelema), hast du erreicht, wenn du die Antwort gibst: Es gibt keinen weiteren Zweck oder Nutzen, ich will das, weil es mich
- danach drängt, weil ich es existentiell begehre,
- weil es eine schöpferische Tat ist und
- weil es mein Gesetz werden soll.
Nun kann es vorkommen, dass du erst hinterher, also wenn du das Ziel erreicht hast, feststellst: "Äh, so hatte ich mir das nicht vorgestellt" - z.B. weil du mit diesem Ziel andere Möglichkeiten, die wichtig waren, verbaut hast. Deshalb impliziert "vom Ende her denken" zwei Voraussetzungen:
1. Dein letztes Ziel - der Selbstzweck - ist zeitlich unbegrenzt, d.h. in endlicher Zeit nicht erreichbar.
2. Das letzte Ziel ist dein Lebensziel, der Sinn deines Lebens, der über deinen physischen Tod hinausweist. Es ist die Antwort auf die Frage nach der eigenen Existenzberechtigung: Warum existiere ich?
"Ich baue mir ein Haus", ist ein Ziel, welches prinzipiell in endlicher Zeit erreichbar ist. "Ich sorge dafür, dass Menschen über sich hinaus gehen", ist ein prinzipiell unendliches Ziel. Sich ein Haus zu bauen, könnte ein Zwischenziel sein, dafür zu sorgen, dass Menschen über sich hinaus gehen. Beispielsweise wenn in diesem Haus Seminare angeboten werden sollen, wo es um die Vermittlung von Themen geht, die dem Lebensziel entsprechen.
Nur wenn du das letzte Ziel, den Sinn deines Lebens, im Auge hast, von diesem her denkst, kannst du wissen, was dir wichtig ist - und vernünftig über Zwischenziele entscheiden. Erst dann wird dir obiger Fall nicht passieren, jene Möglichkeiten zu verbauen, die du dir nicht verbauen wolltest.
Heißt das, du kannst die Grundentscheidung nicht treffen, wenn du dir über dein Lebensziel nicht sicher bist?
Ja - und nein: Das blühende Leben ist kein Zwischenschritt zu einem fernen Ziel. Du kannst heute damit anfangen.
Genau hier beginnt die Grundentscheidung: Ich - nicht jemand anders - kann heute - nicht irgendwann in ferner Zukunft - damit anfangen.
"Ich bin kein Opfer, das darauf hofft, dass das Glück irgendwann von außen kommt, sondern ich bin meines eigenen Glückes Schmied! Ich verstehe, dass ich wichtig und mächtig bin. Ich frage mich in jeder Situation, was kann ich jetzt tun, um mein Leben blühend zu gestalten?"
Dies kannst du auch als Angestellter einer Firma tun. Kannst du dich mit den Zielen der Firma, in der du arbeitest, identifizieren? Falls du es kannst, dann versichere dich, was du zum Wohl der Firma tust und was du noch verbessern kannst.
Beginne heute damit, dein Leben selbst zu gestalten
Gibt es etwas, das dir wirklich wichtig ist? Es mag noch nicht das letzte Lebensziel sein ... aber es gibt dir die Kraft des Anspruchs auf Sinn und Glück. Du gibst dir selbst Wert und Werte. Damit hast du dir ein Samenkorn in deine Welt gepflanzt. Es wird bei richtiger Pflege wachsen.
Dein blühendes Leben ist ein Prozess und besteht im konsequenten und erfolgreichen Leben gemäß deiner eigenen Werte. Alle deine Werte, das heißt, alles was dir wichtig ist, passen zusammen. Das blühende Leben ist zugleich Mittel und Zweck. Und das heißt auch: Blühen kannst du nur durch eigenes Blühen erlangen. Du kannst nicht dafür sorgen, dass ein anderer glücklich wird und andere können nicht dafür sorgen, dass du selbst glücklich wirst.
Glücklich leben lernt man nur durch glücklich leben.
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


