Thelemische Magie - Teil II

Die Zutaten für MagiG

Eine Zutat der MagiG: Obeah und Wanga

 "die Mantras und die Zauber; das Obeah und das Wanga; die Arbeit des Stabes und die Arbeit des Schwertes."

  • Sprache: Mantras und Zauber sind magiGsche Worte und magiGsche Sprüche (Zaubersprüche).
  • Handlungen und Gegenstände: Obeah - aktiv ausgeübte MagiG, Wanga - durch Gegenstände indirekt wirkende MagiG.
  • Kraft: Arbeit des Stabes und Arbeit des Schwertes - Wille und Vernunft.

Bedenke auch: 

  • II. 5: "Siehe! die Rituale der alten Zeit sind schwarz. Die schlechten sollen verworfen werden; die guten sollen vom Propheten gereinigt werden!"

Da die alten Rituale auf einer Weltbeschreibung basieren, in der die Welt so ist, wie sie ist, können sie nicht mehr wie gewünscht funktionieren und werden keine oder unerwünschte Ergebnisse haben. 

Der Prozess der MagiG

MagiG kann den laufenden Konsequenzen weder entgehen, noch sie unterlaufen. Dafür sorgt Ra-Hoor-Khut ausnahmslos: "Ich werde hart mit ihnen verfahren." Anders würde die Welt zum Chaos, nichts wäre mehr vorhersagbar: Brot könnte statt essbar Gift sein.

MagiG muss sich immer einen Möglichkeitsraum innerhalb des Geflechts der bereits erschaffenen und folglich wirkenden Konsequenzen verschaffen.

Daraus folgt: MagiG braucht Zeit. Das muss nicht viel Zeit sein, manchmal reicht ein Tag oder eine Stunde, manchmal braucht es mehrere Tage oder, bei extrem unwahrscheinlichen Wünschen, sogar Monate.

Durch MagiG ist vieles - wenn auch nicht alles - möglich. Definitiv unmöglich ist nur das logisch Widersprüchliche.

Persönliche Voraussetzungen für MagiG

Die entscheidende Frage ist, ob Hadit - der Magier - in einem Menschen wohnt oder nicht. Ob dem so ist, kannst du recht leicht erkennen: 

  • Sklaven: Menschen, die Hadit verlassen hat, haben sich (faktisch, auch wenn sie es selbst nicht merken) für den Tod entschieden. Ihr Leben kümmert so dahin. Sie fühlen wenig (schwache Freuden), sind eher unglücklich, häufig besorgt, eher traurig als fröhlich und haben nur wenig bis kein Vertrauen in die Welt, die Menschen und das Leben.

Der Sklave hat sich, durch die Art wie er lebt, selbst versklavt.
Typische Äußerung: Das geht nicht, weil ... die anderen ... die Umstände ...
Sklaven leben in einer Welt, die so ist, wie sie ist: Eine kalte, sinnlose Welt mechanischer Ursachen und Wirkungen. Sie sind von allen Göttern verlassen.

  • Erwählte: Menschen, in denen Hadit wohnt, haben sich für das Leben entschieden. Ihr Leben blüht und gedeiht. Sie sind glücklich und erfolgreich, freuen sich viel, haben Selbstvertrauen, genießen das Leben und haben Vertrauen in die Welt, die Menschen und das Leben.

Der Erwählte hat sich, durch die Art wie er lebt, selbst erwählt.
Typische Äußerung: Wir schaffen das!
Erwählte hoffen weder auf Heil noch auf Gnade. Sie sind allein mit den Göttern - im Diesseits. Sie leben durch und durch göttlich - gemeinsam mit den Göttern.

II. 9: "Denket alle daran, dass Existenz reine Freude ist; dass alle Sorgen nur wie Schatten sind; sie vergehen & sind vorbei; doch da ist das, was bleibt."

Der entscheidende Punkt ist in jedem Fall: Ob ein Mensch Erwählter oder Sklave ist, entscheidet er selbst. Da jeder Mensch selbst über sein Leben entscheidet, kann er auch diese Entscheidung überdenken und jederzeit ändern.

Damit haben wir alles zusammen, um das Grundprinzip von MagiG zu verstehen und können zur Tat schreiten. :-)

Der erste Erfolg mit MagiG

"Das allgemeine Schema magischer Operationen ist:

  • Imagination: Den erwünschten Zustand oder das gewünschte Ereignis klar und deutlich in einem emotional ansprechenden Bild vorstellen.
  • Formulierung: Den Wunsch klar, deutlich und anschaulich in bildhaften Wörtern formulieren.
  • Prüfung: Zwischen Imagination und Formulierung solange hin und her wechseln, bis beides klar und deutlich ist und sich gut anfühlt.
  • Abschicken: Nuit oder Ra-Hoor-Khut anrufen, den Wunsch vortragen, sehr betont und bestimmt "Abrahadabra" rufen - das wars. (Die Bestellung nicht an Hadit schicken, denn er ist es, der sie abschickt.)
  • Vergessen: Nun sollte die Bestellung vergessen werden. Sie ist angekommen, mehr ist nicht zu tun: Man lässt die Götter ihre Arbeit machen ohne sie zu belästigen.
    "Vergessen" meint nicht den krampfhaften Versuch, nicht an die Bestellung zu denken, das klappt nicht. "Vergessen" meint, sich genausowenig darum zu kümmern, als hätte man bei Amazon ein Buch bestellt und weiß, es wird so schnell wie möglich abgeschickt werden - man sorgt sich nicht darum, denkt nicht dran.
  • Lieferung verfolgen: In der folgenden Zeit muss man darauf achten, ob man irgendeine Intuition hat, irgendetwas erfährt oder irgendetwas geschieht, was mit der Bestellung zusammenhängen könnte. Wenn sich etwas entsprechendes ereignet, muss man darauf reagieren - sonst geht die Lieferung verloren.
  • Lieferung abholen oder annehmen: Irgendwann wird die Lieferung da sein - man sollte das bemerken und sie annehmen.
    Das ist kein Witz: Ich habe oft genug erlebt, dass Menschen es nicht gemerkt haben, wenn die Lieferung ankam, z. B. weil sie diese in einer anderen Verpackung erwartet hatten."

Gutes Gelingen wünscht

MDE 

Exerpt des auf mde-net veröffentlichten Artikels von Michael D. Eschner: Magie für Dummies. Zwischenüberschriften und alle gekennzeichneten Zitate entstammen diesem Text.