Gemeinschaft
Auch dafür ist die Thelema Society in der Szene wohlbekannt - und berüchtigt: dass sie größten Wert auf die Individualität des Einzelnen und das Leben in der Gemeinschaft legt. Schon allein deshalb ist das Leben hier spannend und bunt, vielfältig und abwechslungsreich 
Warum wir so leben? Vermutlich gibt es darauf soviele Antworten wie Mitglieder
Naja, vor allem:
Weil es erheblich mehr Spaß macht!
Viele von uns leben in Wohngemeinschaften, arbeiten tagsüber in Gemeinschaftsbüros, die in den letzten Jahren Stück für Stück in unserem Zentrum in Bergen zusammengerückt sind, meditieren gemeinsam in den Tempeln der Kathedrale (im Dachgeschoß
, treffen sich zum gemeinsamen Abendessen, das von einem passionierten Koch täglich zubereitet wird, verwandeln unser Zentrum für einige Wochen in Multiplayer LAN-Party Höllen, zelebrieren gemeinsam magisch-zeremonielle Feste usw. usf.
Wir nehmen uns mindestens einen Tag in der Woche Zeit für gemeinsame Themen und Übungen. Normalerweise treffen wir uns in kleinen Arbeitsgruppen von 3-6 Leuten. Meditation und Körperübungen (Yoga, Bioenergetik, Tanz etc.) gehören dabei zum festen Tagesprogramm. Die weiteren Inhalte variieren von magischen Themen, Meditation, Divination usw. ... über das Studium der Philosophie, Psychologie, Soziologie, ... bis zur Arbeit an Webprojekten, Multiplayer-Spielen und Game-Design, dem Entwurf und der Inszenierung von Theaterstücken, Tänzen oder Performances.
Gerade weil das Leben in der Thelema Society immer im Spannungsfeld größtmöglicher Individualität und engstmöglicher Gemeinschaftlichkeit stattfindet, verläuft es so dynamisch, spannend und vielfältig.
Und allein dies ist für viele von uns ein Grund, diese Art des Zusammenlebens so zu gestalten: weil sie einfach enorm bereichert und Spaß macht.
Und zweitens:
Weil es effektiver ist
Im engen, vertrauensvollen Zusammenleben mit Anderen ist es sehr viel leichter, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkunden.
Der Mensch erkennt sich nur im Menschen. (J.W. von Goethe)
Man erkennt sich selbst erst in dem Spiegelbild, das im Anderen sichtbar wird, in der Differenz zum Anderen. Man könnte Weiß nicht sehen, wenn es nicht Schwarz gäbe - und ebenso kann man die ganz persönlichen Eigen- und Besonderheiten nicht beobachten, wenn man sie nicht im Kontrast zu anderen Menschen beobachten kann.
Verständigungsorientierte Gespräche
In der Thelema Society kommen höchst unterschiedliche Menschen zusammen, um sich demselben Ziel: einem thelemischen Leben zu verschreiben. Menschen, die normalerweise nicht auf die Idee kämen, etwas zusammen zu unternehmen, sondern mit ziemlicher Sicherheit sehr bald getrennte Wege gehen würden, lernen sich gegenseitig besser und intimer kennen, als das in unserer Gesellschaft sonst unter Freunden üblich ist.
Das erzeugt Bewegung, Dynamik und Spannung - und birgt Möglichkeiten der Selbsterkenntnis und der Selbstgestaltung, die außerhalb einer Gemeinschaft nur schwer zu haben sind.
Dies ist die Freude der Welt, dass der Schmerz der Teilung wie nichts ist und die Freude der Auflösung alles. (Liber Al, I.xx)
Schließlich:
Weil einige Ziele anders
nicht erreichbar sind
Man kann nicht ...
- Selbsterschaffung mit Kundalini-Techniken verbinden, ohne eine Gruppe zu haben, in der man diese Methoden praktisch erproben kann.
- Multiplayer-Spiele auf ihre Tauglichkeit zu Zwecken der Persönlichkeitsentwicklung hin testen, wenn man nicht die Leute dazu hat, die entsprechende Kriterien kennen und einschätzen können.
- die Idee Thelema durch große Projekte wie NewAeon, die AHA bekannt machen, wenn einem die nötige man-power dazu fehlt.
- sich selbst und andere an ausschweifenden Symposien feiern, erkunden, übertreffen, ... wenn man allein in seinem Kämmerlein sitzt.
- sich selbst verändern, wenn dies von den Mitmenschen nicht akzeptiert wird - sei es im Freundeskreis, von den Eltern oder am Arbeitsplatz. Je tiefgreifender die Änderung, desto wichtiger ist ein vertrauensvolles Umfeld.
Vertrauen und Nähe bedeuten in der Thelema Society kein Friede-Freude-Eierkuchen-Einerlei, sondern bieten jedem Einzelnen die Möglichkeit sich zu öffnen und selbst auszudrücken.
Wir lieben es, unsere ur-eigenen Wege gemeinsam zu gehen - und wir halten es für unerläßlich. In der Gemeinschaft mit anderen wird Erleben tief und Verstehen vielfältig. Vertrauen, Intimität und Freundschaft sind für uns keine leeren Worte, sondern der lebendige Raum unserer Selbstgestaltung.
(Sven)
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