Beruf und Berufung

Wer thelemisch leben will, sieht sich meist mit einem allgemeinen Problem in verschärfter Form konfrontiert:

Wie organisiere ich meine Zeit so, dass ich genug Zeit für meine Entwicklung habe?

Im Idealfall, wenn ich meinen wahren Willen gefunden habe, mache ich die Unterscheidung zwischen Privatleben, Entwicklung und Beruf, oder Beruf und Berufung nicht mehr. Ich tue meinen Willen und verdiene damit auch mein Geld.

Am Beginn Deiner Entwicklung, solang Du noch auf der Suche nach Deiner Mission und Deinem Willen bist, wirst Du wahrscheinlich genug "extra" Zeit für Deine Suche und Entwicklung brauchen. Noch verzwickter wird die Situation, wenn Du zusätzlich zu Beruf und Entwicklung eine Familie versorgst.

Für die Lösung dieser Probleme gibt es ein paar einfache Regeln. Sie erfordern Anfangs etwas Selbstdisziplin, aber der Erfolg wird Dich motivieren.

Die Erfahrung lehrt, dass der Mensch im Großen und Ganzen ein Gewohnheitstier ist. Hat er eine Gewohnheit erst einmal entwickelt, fällt es ihm immer leichter, sie beizubehalten und immer schwerer, sie wieder los zu werden. Schwierig ist also die Gewöhnung an neue Verhaltensweisen, da auch das soziale Umfeld bestimmte Verhaltensweisen erwartet.

Wenn Du zum Beispiel für Deine Familie rund um die Uhr ansprechbar warst, kann es anfänglich zu Problemen führen, wenn Du ein paar Stunden nur für Dich beanspruchst.

Gib also nicht gleich auf, wenn es anfangs zu einigen Unstimmigkeiten kommt. Ein neues Verhalten braucht ca. 6 Wochen, um zu einer neuen Gewohnheit zu werden.

Hier nun die Regeln:

1. Entscheide, wieviel Zeit Du wofür aufwenden willst.


Um zu einer ausgewogenen Balance zwischen Deinen Tätigkeiten zu kommen, musst Du entscheiden, wieviel Zeit Du für den jeweiligen Bereich aufbringen willst. Du kannst auch mit Zielkorridoren arbeiten: minimum x Stunden, maximum x Stunden.

2. Konzentriere Dich immer nur auf das, was Du gerade tust.


Konzentriere Dich immer nur auf eine Tätigkeit. Ruf beispielsweise keine Kunden vom Fußballplatz an und delegiere nicht vom Büro aus, wer welches Kind wohin fährt. Auch wenn Du in Notfällen Kompromisse eingehen musst: Je mehr die Grenzen verschwimmen, desto ineffektiver bist Du.

3. Quittiere Bitten und Anfragen, die nicht mit Deiner einmal gewählten Zeiteinteilung in Einklang stehen, mit einem "Nein".


Halt Deine gewählten Zeiten ein! Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was am Anfang schwer fällt, geht mit der Zeit immer leichter. Auch Dein soziales Umfeld wird sich früher oder später auf Deine Zeiteinteilung einstellen.

4. Achte darauf, dass Du selbst nicht zu kurz kommst.


Berücksichtige Deine eigenen Interessen. Es nützt wenig, wenn Du allen Anforderungen Anderer gerecht wirst, aber keine Zeit für Deine Lebensziele hast.

Wenn Du dir diese Regeln zu Herzen nimmst, wirst Du, meiner Erfahrung nach, mehr Erfolg haben!

von jahd